Welches Datenformat passt zu Ihrem EasyCatalog-Workflow?

Von |Published On: 31. März 2026|

Stellen Sie sich vor, Sie ziehen gerade um. Sie packen alles ein — Bücher in Kartons, Kleidung in Reisetaschen, Werkzeug in Kisten. Jedes Behältnis hat seinen Zweck. Wer versucht, ein Aquarium in einer Reisetasche zu transportieren, macht sich das Leben unnötig schwer. Wer dagegen einen einzelnen Schraubenzieher in einer Umzugskiste verstaut, verschwendet Platz und Energie.

Mit Datenformaten ist es genauso. EasyCatalog kann aus verschiedenen Quellen Daten importieren — doch welches Format passt zu Ihrem Workflow, Ihrer Infrastruktur und Ihrer Teamgröße? Die Antwort hängt davon ab, was Sie transportieren wollen, wohin es muss und wie oft.

Die sechs Datenformate im Überblick

EasyCatalog unterstützt sechs gängige Importformate: CSV, Excel, Google Sheets, ODBC, XML — und für individuelle Anforderungen den Enterprise Data Provider. Jedes hat seine Stärken und seine tückischen Schwachstellen. Schauen wir uns die einzelnen Formate genauer an.

CSV — der Klassiker unter den Datenformaten

CSV (Comma-Separated Values) ist das älteste und zugleich universellste Format. Fast jede Software, die Daten verwaltet, kann eine CSV-Datei exportieren: ERP-Systeme, PIM-Lösungen, Shopsysteme, sogar einfache Datenbanken.

Vorteile

  • Schlank und schnell — keine versteckten Formatierungen, keine proprietären Abhängigkeiten
  • Von nahezu jeder Software als Export angeboten
  • Einfach automatisierbar, z. B. als nächtlicher Datenabzug
  • Leicht zu prüfen — Sie können eine CSV-Datei im Texteditor öffnen und sehen sofort, ob etwas nicht stimmt

Nachteile

  • Kein einheitlicher Standard: Trennzeichen (Komma, Semikolon, Tab), Zeichensätze (UTF-8, ISO-8859-1) und Zeilenenden können variieren — und genau das sorgt regelmäßig für Kopfschmerzen
  • Keine Datentypen: Alles ist Text. Ob eine Zahl wirklich eine Zahl ist oder ein Preis mit Komma falsch interpretiert wird, merken Sie manchmal erst, wenn der Katalog fertig ist
  • Keine hierarchischen Strukturen möglich — Beziehungen zwischen Produkten und Varianten lassen sich nur mit Umwegen abbilden

Empfehlung: CSV ist die erste Wahl für einfache, flache Datenstrukturen und automatisierte Prozesse. Wenn Ihre Produkte keine Varianten oder verschachtelten Eigenschaften haben, kommen Sie mit CSV sehr weit — und das mit minimalem Aufwand.

Excel — beliebt, aber mit Tücken

Excel-Dateien sind in vielen Unternehmen die erste Anlaufstelle für Produktdaten. Das ist verständlich: Die Redaktion pflegt Preise, das Produktmanagement ergänzt Texte, und am Ende landet alles in einer gemeinsamen XLSX-Datei.

Vorteile

  • Für viele Teams das gewohnte Arbeitswerkzeug — keine Einlernkurve
  • Mehrere Tabellenblätter ermöglichen es, verknüpfte Daten strukturiert abzulegen
  • Formeln und Dropdown-Felder helfen, Datenfehler schon bei der Eingabe zu vermeiden
  • EasyCatalog liest XLSX-Dateien direkt, ohne Zwischenschritt

Nachteile

  • Excel ist keine Datenbank. Und das merkt man. Sobald mehrere Personen gleichzeitig arbeiten, entstehen schnell Versionschaos und Konflikte: Wer hat die aktuellste Datei?
  • Formatierungen in Excel-Zellen (fette Schrift, Farben, Zeilenumbrüche) haben in EasyCatalog nichts zu suchen — sie müssen vor dem Import bereinigt werden
  • Makros, verbundene Zellen und ausgeblendete Spalten sind häufige Stolperfallen

„Excel ist das beliebteste Datenformat — und gleichzeitig die häufigste Ursache für Importfehler.“

Empfehlung: Excel eignet sich gut für Teams, die ihre Produktdaten selbst pflegen und keine dedizierte Datenbanklösung einsetzen. Definieren Sie aber klare Regeln für die Dateistruktur und arbeiten Sie mit einer zentralen Masterdatei — nicht mit E-Mail-Anhängen, die durch das Team wandern.

Google Sheets — modern und kollaborativ

Google Sheets hat in den letzten Jahren viele Excel-Arbeitsabläufe abgelöst — besonders in Teams, die remote oder abteilungsübergreifend zusammenarbeiten. EasyCatalog kann Google Sheets über eine direkte Verbindung einbinden.

Vorteile

  • Echtzeit-Zusammenarbeit ohne Versionsprobleme — alle arbeiten immer an derselben Datei
  • Änderungen sind nachvollziehbar, Versionen lassen sich wiederherstellen
  • Zugriffsrechte lassen sich granular steuern: Wer darf lesen, wer darf schreiben?
  • Ideal für verteilte Teams oder externe Zulieferer, die Daten beisteuern

Nachteile

  • Eine stabile Internetverbindung ist Pflicht — offline funktioniert die direkte Anbindung nicht
  • Die Einrichtung der Google-Verbindung in EasyCatalog erfordert etwas mehr technisches Setup als ein einfacher Datei-Import
  • Google ändert gelegentlich API-Schnittstellen — das kann Anpassungsbedarf erzeugen

Empfehlung: Google Sheets ist die beste Wahl, wenn mehrere Personen gleichzeitig Daten pflegen und ein Excel-Wirrwarr vermieden werden soll. Für Einzelanwender ist der Mehraufwand bei der Einrichtung kaum gerechtfertigt.

ODBC — direkt aus der Datenbank

ODBC (Open Database Connectivity) ist eine Schnittstelle, die EasyCatalog direkt mit einer relationalen Datenbank verbindet — etwa einem ERP-System, einem PIM oder einer SQL-Datenbank. Kein Export, kein Zwischenschritt, keine manuell gepflegte Datei.

Vorteile

  • Daten sind immer aktuell — Sie arbeiten an der Quelle, nicht an einer Kopie
  • Komplexe Datenstrukturen mit Produktvarianten, Kategorien und Beziehungen lassen sich über SQL-Abfragen direkt auslesen
  • Hohe Automatisierbarkeit: EasyCatalog kann Daten per Knopfdruck oder zeitgesteuert aktualisieren
  • Keine Medienbrüche — der manuelle Exportschritt entfällt

Nachteile

  • Die Einrichtung ist technisch anspruchsvoll: ODBC-Treiber, Datenbankzugriff, SQL-Kenntnisse und ggf. IT-Unterstützung sind notwendig
  • Falsch formulierte SQL-Abfragen können die Performance der Datenbank belasten
  • Sicherheitsfreigaben für den Datenbankzugriff sind in vielen Unternehmen ein eigener Prozess

Empfehlung: ODBC ist die professionellste Lösung — aber auch die aufwendigste in der Einrichtung. Wenn Sie ein ERP- oder PIM-System im Einsatz haben und Kataloge regelmäßig und in großen Stückzahlen produzieren, lohnt sich der einmalige Aufwand für die Anbindung deutlich. Für gelegentliche Katalogprojekte ist der Aufwand häufig unverhältnismäßig.

Enterprise Data Provider — der individuelle Importfilter

Was, wenn Ihr ERP-System weder CSV noch XML exportiert, sondern eine eigene REST-API mitbringt? Genau für diesen Fall gibt es den EasyCatalog Enterprise Data Provider. Er ermöglicht es, einen vollständig eigenen Importfilter zu bauen — maßgeschneidert für die API Ihres Systems.

Das klingt zunächst nach einem Projekt für Entwickler. Und ja, ein gewisses technisches Verständnis ist hilfreich. Aber der Ansatz ist konsequent: Statt Daten aus dem ERP in ein Zwischenformat zu exportieren, das dann importiert wird, spricht EasyCatalog direkt mit der Quelle.

Vorteile

  • Vollständige Flexibilität — Sie definieren selbst, welche Endpunkte abgefragt werden und wie die Daten gemappt werden
  • Kein manueller Exportschritt, keine Zwischendateien, keine veralteten Datenstände
  • Einmal eingerichtet, läuft der Prozess stabil und weitgehend wartungsarm
  • Besonders wertvoll, wenn Ihr ERP-Anbieter keine Standardschnittstellen wie ODBC anbietet, aber eine dokumentierte REST- oder SOAP-API mitbringt

Nachteile

  • Die Entwicklung des Importfilters erfordert Zeit und technisches Know-how — das ist kein Nachmittagsprojekt
  • Änderungen an der API des ERP-Systems können Anpassungen am Filter notwendig machen
  • Debugging ist aufwendiger als bei dateibasierten Formaten, weil Fehler in der Kommunikation zwischen zwei Systemen entstehen können

Empfehlung: Der Enterprise Data Provider ist die richtige Wahl, wenn Sie eine langfristige, stabile Anbindung an ein spezifisches System benötigen, das keine Standardschnittstelle bietet. Der Einmalaufwand für die Entwicklung zahlt sich schnell aus, wenn Kataloge regelmäßig und in größerem Umfang produziert werden. Wer hingegen nur gelegentlich einen Katalog erstellt, ist mit einem einfachen Dateiexport aus dem ERP besser bedient.

XML — strukturiert und mächtig

XML (Extensible Markup Language) ist das Format der Wahl, wenn Daten hierarchisch strukturiert sind und in einem definierten Schema vorliegen. Viele moderne PIM-Systeme und Produktdatenbanken bieten XML-Exporte an.

Vorteile

  • Hierarchische Strukturen sind nativ abbildbar — Produkte mit Varianten, verschachtelten Eigenschaften und Kategorien lassen sich sauber modellieren
  • Validierbar: Über ein XSD-Schema lässt sich prüfen, ob die Daten korrekt strukturiert sind, bevor der Import beginnt
  • Geeignet für komplexe Katalogprojekte mit sehr unterschiedlichen Produkttypen

Nachteile

  • XML-Dateien sind für Menschen kaum lesbar — Fehler zu finden ist ohne Werkzeuge mühsam
  • Die Einrichtung in EasyCatalog erfordert Kenntnisse über die Dateistruktur und ggf. XSLT-Transformationen, wenn das Format nicht exakt zur EasyCatalog-Erwartung passt
  • Für einfache, flache Datenstrukturen ist XML deutlich zu komplex — hier schießen Sie mit Kanonen auf Spatzen

Empfehlung: XML empfiehlt sich dann, wenn Ihr Datenlieferant (z. B. ein Hersteller oder ein Lieferant) ausschließlich XML liefert, oder wenn Ihre Produktdaten wirklich komplex strukturiert sind. Als erstes Format für den Einstieg in EasyCatalog ist XML keine gute Wahl.

Empfehlung nach Komplexität

Welches Format passt zu Ihnen? Hier eine grobe Orientierung:

Komplexität

Empfehlung

Typischer Anwendungsfall

Einfach CSV lache Produktlisten, automatisierte Exporte
Mittel Excel / Google Sheets Teampflege, redaktionelle Prozesse
Hoch ODBC / XML ERP-Anbindung, komplexe Produktstrukturen
Individuell Enterprise Data Provider Direkte API-Anbindung an das eigene ERP-System

Fangen Sie so einfach wie möglich an. Ein gut strukturiertes CSV, das reibungslos importiert wird, ist wertvoller als eine aufwendige ODBC-Anbindung, die täglich Pflege braucht. Wachsen Sie mit Ihrer Lösung — wenn der Prozess steht und die Anforderungen steigen, ist der Wechsel auf ein komplexeres Format immer noch möglich.

Fazit

Die Frage ist nicht, welches Datenformat das „beste“ ist — sondern welches zu Ihrem Workflow, Ihrem Team und Ihrer Infrastruktur passt. EasyCatalog ist flexibel genug, um mit allen Formaten professionelle Ergebnisse zu liefern. Den größten Hebel haben Sie aber nicht beim Format selbst, sondern bei der Qualität der Daten, die Sie einliefern.

Saubere Daten, klar strukturiert und konsequent gepflegt — das ist die Grundlage für einen Katalog, der sich schnell und zuverlässig produzieren lässt. Das Format ist dabei nur das Transportmittel. Der Inhalt entscheidet.

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